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Röntgenstrahl-Oberflächentherapie (Grenz- und Weichstrahlen)


Funktion:

 

Schädigung von strahlensensitiven, teilungsaktiven Entzündungs- und Tumorzellen unter Schonung der weniger strahlensensitiven normalen Haut.  Die Strahlung entspricht der Photonenstrahlung von Cobalt-60-Geräten oder auch Linearbeschleunigern, die Wirkung in der Haut ist identisch. Der Unterschied liegt darin, dass mit Röntgentherapie-Strahlern nur schwierig Ganzkörperbehandlungen durchgeführt werden können und innere Organe wegen mangelnder Tiefenwirkung nicht erreicht werden können. Darin liegt allerdings wieder ein Vorteil für die Bestrahlung von einzelnen, oberflächlichen Hauterkrankungen, für welche sie immer noch ideal ist!

Vorgehensweise:

Üblicherweise wurden derartige Behandlungen ähnlich den Bestrahlungen mit Co-60 oder Linearbeschleuniger in mehreren Sitzungen / Fraktionen durchgeführt (3-5 pro Woche, 10-18 gesamt über 3-4 Wochen), möglicher Haarverlust, sehr unterschiedliche Empfindlichkeit der einzelnen Tumorarten bzw. der gleichen Tumore bei verschiedenen Tierarten. Für die Eingriffe ist durchwegs Narkose notwendig (Propofol im Perfusor als Mittel der Wahl, da keine Anästhesie nötig). Eine Bestrahlung ist nicht schmerzhaft!

Mögliche Nebenwirkungungen:

Bei Bestrahlung von nasalen und oralen Tumoren entsteht u. U. eine selbstlimitierende Mucositis in der Maulhöhle. Bestrahlung in diesem Bereich kann eine u. U. bleibende Katarakt oder KCS zur Folge haben. Nach der Bestrahlung von Hauttumoren können auch 1-2 Wochen nach Abschluss der Therapie Desquamation, Pigmentänderungen und Alopezie auftreten.

Vorteile:

schmerzlos, gewebeerhaltend, ambulant und auch bei großflächigen Tumoren durchführbar; durch große Sicherheitsabstände bestmögliche Rezidivfreiheit. Auch an anatomisch kritischen Bereichen möglich ohne Zerstörung der Funktion der Organe. Kombination mit Operation und Chemotherapie möglich.

Klinische Beispiele:

Talgdrüsenadenom an der Pfote eines Hundes - vor und nach vier Orthovoltage-Bestrahlungen

Lidrandtumor am Auge einer Katze - vor und nach fünf Orthovoltage-Bestrahlungen

orales Fibrosarkom bei einem Hund - vor und nach sechs Orthovoltage-Bestrahlungen

 

Orthovoltage beim Pferd: Plattenepithelkarzinom am Penis

vor und sechs Wochen nach OP und 1-maliger Bestrahlung

 

 

 

 

Beispiel für Kombination Orthovoltage mit PDT

invasives Plattenepithelkarzinom auf der Nase einer Katze - vor Therapie und nach 7 Wochen

Beispiele für Kombination mit Chemotherapie:

Die Kombination mit Doxorubicin bzw. Cisplatin verstärkt die Wirkung der Bestrahlung ("Strahlungssensitizers").

Beispiele für Kombination mit Chirurgie:

injektionsassoziiertes Sarkom der Katze; Die Kombination bewirkt eine Rezidivfreiheit bis zu 700 Tagen! Gut bei inkompletter chirurgischer Resektion von Plattenepithelkarzinom, malignem Melanom und Perianaltumoren. Prä- und postoperative Bestrahlung möglich. Neben der kurativen Bestrahlungstherapie sind auch palliative Protokolle möglich.

Hauptindikation:

therapieresistente Ekzeme, Leckdermatitis, Hauttumore.

besonders strahlenempfindlich: Mastzelltumor, perianale Tumore, kutane T-Zell-Lymphome (Mycosis fungoides), Epulis, Basaliome, TVT

ABLAUF UND KOSTEN