Strahlentherapie in Form von Brachytherapie heilt bisher unheilbare Tumore!
Im Süden Münchens wurde eine Einrichtung für Strahlentherapie für Tiere eröffnet . Erstmalig können dort neben Hunden und Katzen auch Pferde mit einem Hochdosis-Gerät behandelt werden.
GRUNDPRINZIP: gleicher Effekt bei weniger Behandlungen und weniger Narkosen + Ihr Tier muss nicht stationär bleiben! Dauer ca. 1 Woche.
Es handelt sich hierbei um eine High –Dose – Rate (HDR) – Brachytherapie – Anlage mit Afterloadtechnik. Zum Einsatz kommt ein Microselectron-HDR-Afterloader, welcher mit Iridium – 192 bestückt wird. Mit diesem Gerät wird radioaktives Material (Ir-192) direkt in das Tumorgewebe eingebracht und im Gegensatz zu permanenten Seeds nach der Erreichung einer definierten Dosis wieder entfernt. Es besteht also keine radioaktive Belastung, wenn das Tier wieder nach Hause zurückkehrt!
Der große Vorteil der Brachytherapie liegt allerdings darin, dass hohe Strahlendosen direkt am oder im Tumorgewebe appliziert werden können mit einer optimalen Schonung des umliegenden Normalgewebes. Bei dieser minimal invasiven Technik wird über Katheter oder Hohlschläuche das Radionuklid direkt in das Zielgewebe verbracht und verbleibt dort computergesteuert eine genau definierte Zeiteinheit. Eine weitere Möglichkeit der Einbringung von Radionukliden erfolgt über natürliche Körperöffnungen. Es muss also nicht wie bei Teletherapieverfahren, z. B. Linearbeschleuniger oder Co-Geräten gesundes Gewebe durchstrahlt werden, um an den Tumor zu gelangen.
Ein weiterer großer Vorteil der Brachytherapie besteht darin, dass höhere Dosen pro Fraktion gegeben werden können. Da jede Fraktion aus Strahlenschutzgründen eine Ruhigstellung erfordert, bietet sich dadurch der immense Vorteil weniger Narkosen. Dies erniedrigt einerseits den Aufwand und das gesundheitliche Risiko, anderseits die Kosten des Verfahrens bei vergleichbarer Wirkung mit einem sonstigen Strahlentherapiegerät. Verbleiben Sonden im Tumor, was mit weichen, biegsamen Materialen durchführbar ist, erleichtert dies die Strahlenplanung der nächsten Fraktionen und reduziert somit die Kosten für den Besitzer.
Welche Tierarten? Es können Hunde, Katzen und auch Pferde bestrahlt werden.
Welche Indikationen? Es sollen in erster Linie gut zugängliche Tumoren der Haut und der Maulhöhle bestrahlt werden. Vor allem können mit der Brachytherapie Tumoren an anatomisch ungünstigen Lokalisationen, z.B. gelenksnah, am Kopf, in der Maulhöhle (z.B. Unterzungentumoren!) oder in Bereichen, die chirurgisch schwierig zu verschließen sind, therapiert werden. Weiterhin sind Mammatumoren von Hund und Katze gut für die Brachytherapie geeignet, sowie Fibrosarkome der Katze. In zweiter Instanz können auch innere Tumoren bestrahlt werden, so sie mit einer Sonde oder per operativem Eingriff zugänglich sind. Dies gilt auch für Tumore innerer Organe , z.B. Pankreas- und Lebertumoren oder Tumoren im Enddarm oder Blase / Harnröhre.
BEISPIELE - Neben den bereits oben erwähnten Tumoren eignen sich für die Brachytherapie ganz besonders:
- Bei Pferden: Sarkoide - Sollte die Behandlung von Pferden eine längere Verweildauer in der Nähe erforderlich machen, besteht die Möglichkeit, die Tiere an einer hiesigen Pferdeklinik unterzustellen und zu betreuen.
- Bei Katzen: Fibrosarkome – hier sind mit der sog. Flab-Technik auch hervorragend anmodellierbare, intraoperative Bestrahlungen möglich zur Rezidivprophylaxe durch Sanierung des Tumorbetts.
- Bei Hunden: Unterzungentumoren, aber natürlich auch andere inoperable Tumoren, welche aber gut zugängig sind
Viele dieser Patienten mussten vor geraumer Zeit noch euthanasiert werden! Weitere Indikationen sind auch Bestrahlungen von Gelenken bei chronischen Arthrosen.
Vorteile der Brachytherapie mit der HDR-Afterloading-Technik allgemein:
- kurze Bestrahlungszeit
- hohe biologische Wirkung
- steiler Dosisabfall am Rand
- Schonung gesunden Gewebes
- hohe Dosis in kleinem Volumen
- Anwendung im Rezidiv möglich
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